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Eine Partnerschaft ohne Erwartungen ist kaum denkbar. Doch wir allen kennen das Problem unerfüllter Hoffnungen in der Liebe. Die Frage ist: Wie weit darf ich mit meinen Wünschen gehen? Ab wann würge ich mit zu hohen Erwartungen unsere Zuneigung ab?

Die folgenden Empfehlungen heben meine Erwartungen aus dem Unbewussten hervor und helfen zu einem verständnisvollen Miteinander.

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1. Bewusstsein schaffen

Nehmen Sie bitte Stift und Zettel zur Hand und beantworten Sie die Frage: 

Was erhoffe ich mir von meinem Partner?

Spüren Sie in sich hinein. Die folgende Liste an Eigenschaften können Sie als Grundlage nehmen. Ergänzen Sie weitere individuelle Wünsche an Ihre(n) Liebste(n).

  • Treue
  • Guten Sex
  • Harmonisches Miteinader
  • Gemeinsamer Humor
  • Ähnliche politische Haltung
  • Gepflegte Kleidung
  • Mein Partner soll über meine Schwächen hinwegsehen
  • Loyalität
  • Mein Partner pflegt seinen Körper
  • Vertrauen
  • Mein Partner gibt mir Zeichen der Zuneigung
  • Mein Partner ist finanziell gut aufgestellt
  • Mein Partner soll sich freuen, wenn ich zu ihm komme
  • Unsere Beziehung läuft, ohne dass wir groß daran arbeiten müssen
  • Mein Partner soll gerne reisen
  • Mein Partner soll tierlieb/kinderlieb sein
  • Mein Partner erkennt meine Wünsche

Sind Sie sich unsicher, welche Erwartungen Sie an Ihren Partner hegen? Oder haben Sie das Gefühl, dass Ihre bisherige Liste unvollständig ist? Sie müssen Ihre Bemühungen nicht auf das Grübeln im stillen Kämmerlein beschränken. Fragen Sie Freunde und Bekannte, welche Werte diese bei Ihnen sehen. Machen Sie einen Selbstwahrnehmungskurs mit, befragen Sie online bei Vivando die Karten oder lassen Sie sich von Befragungen inspirieren.

 

 
 

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2. Das große Streichen

Nun haben Sie hoffentlich eine lange Liste an Punkten, die Sie sich von Ihrem Partner (insgeheim) erfüllt wünschen. Leider ist dies nicht bei allen Eigenschaften und Verhaltensweisen der Fall. Und nun?

Ein Kurzwitz lautet: Frauen ändern so lange an Ihrem Mann herum, bis er Ihnen nicht mehr gefällt.

Vielleicht steckt da ein Körnchen Wahrheit drin. Aber natürlich sollten in einer Partnerschaft Dinge angesprochen werden dürfen, die als verletzend oder höchst unangenehm erlebt werden. Schließlich entwickeln wir Menschen uns weiter und sind auf das Feedback unserer Umwelt angewiesen, um unser eigenes Verhalten einordnen zu können. Mit zusammengepressten Lippen ein fortschreitendes Auseinanderklaffen auszuhalten kann keine weise Beziehungshaltung sein.

Machen Sie nun folgendes:

Streichen Sie aus obiger Liste alle Punkte, 

  • zu deren Erfüllung Ihr Partner ein anderer Mensch werden müsste
  • die ihnen nicht so wichtig sind
  • für die sie eher selbst verantwortlich sind (glücklich sein, ausgeglichen sein ... - diese Dinge kann ein Partner nicht wirklich leisten)

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3. Was bleibt an angemessen Erwartungen?

Es ist kaum möglich, eine von gegenseitiger Wertschätzung getragene Partnerschaft auf Dauer aufrecht zu erhalten, wenn man mit dem Partner in den folgenden Punkten gegenteiliger Meinung ist:

  • Grundlegende Werte
  • Politische Grundausrichtung
  • Haltung zu Religion
  • Freudebringende Freizeitgestaltung
  • Bei Eltern: Vorgehen in der Kindeserziehung

Hier müssen Sie also schon bei der Auswahl des Partners einen Moment die rosarote Brille lupfen und prüfen, ob obige Faktoren für Sie annehmbar beim neuen Liebesglück erfüllt sind.

Gibt es sonst noch allgemeingültige Ansätze zur Frage, was angemessene Erwartungen in der Partnerschaft sind? Unsere Vorschläge:

  • Alle Ansätze, die auf ein schöneres gemeinsames Miteinander für beide Partner abzielen.
  • Ansätze, die vom Partner nur einen kleinen Aufwand bedeuten, für Sie aber eine große Hilfe wären.
    Achtung Falle: Was ein "kleiner' Aufwand ist, definieren nicht Sie, sondern Ihr Partner!
  • Alle Ansätze, die ein objektives Verschlechtern der gemeinsamen Lebenssituation verhindern wollen. Dies wäre z.B. die Forderung, das Trinken oder die Spielleidenschaft aufzugeben.