»Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.« und »Behandle andere so, wie du auch selbst behandelt werden möchtest.« Diese unter anderem auf Konfuzius zurückgeführten Lebensregeln haben nun neben dem moralischen Aspekt eine weitere Begründung erhalten: Dem so handelnden winkt als Belohnung ein größerer Freundeskreis. Zumindest deutet das Verhalten von Vorschulkindern darauf hin.

In einer Studie an einer Kindertagesstätte wurden 5-6 jährige Kinder dabei beobachtet, zu welchen ihrer Spielkameraden sie Kontakt suchten. Es zeigte sich, dass die Kinder sich tendenziell zu den Altersgenossen hingezogen fühlten, bei denen sie ein sozial fürsorgliches Verhalten anderen Spielkameraden gegenüber bemerkt hatten. Die Forscher gehen soweit zu mutmaßen, dass die Beobachtung dieses Verhaltens positive Gefühle beim beobachtenden Kind gegenüber dem »netten« Kind auslösten. Das zeigte sich zum Beispiel beim Anbieten von Spielzeug oder Hilfe, und zwar unabhängig vom Beliebtheitsgrad des jeweiligen Kindes.

Die Forscher meinen zudem, dass es nicht der bewusste Wille ist, welcher die Kinder so handeln lässt, sondern dass dieses von einem intuitiven Gefühl ausgelöst wird.