Ein Bündnis aus Verbänden und Wissenschaftlern tritt an, mit einem Konzept zur Grundsicherung für Kinder in Höhe von 500.- Euro die Chancengleichheit in unserem Land zu erhöhen.

Bei kaum einem hoch entwickelten Land hängt der Schulerfolg so stark vom Einkommen der Eltern ab wie in Deutschland. Unter www.kinderarmut-hat-folgen.de fordern nun kompetente Vertreter des Kinderwohls, durch eine Grundsicherung in Höhe von 500.- Euro der Chancengleichheit im Bildungssystem näher zu kommen.

Studien zeigen, dass Länder mit geringen Einkommensunterschieden eine höhere Lebenszufriedenheit aufweisen als Staaten, in denen der Reichtum in den Händen weniger liegt. Und Bildung ist einer der wichtigsten Faktoren für das spätere Einkommen. Mit einer Chancennivellierung im Bildungssystem würde also ein Grundstein für eine höhere Lebenszufriedenheit in Deutschland gelegt werden.

Finanzierung

Doch wie soll das bezahlt werden? Der Vorschlag in Höhe von 500.- Euro resultiert aus einem vom Bundesverfassungsgericht ausgerechneten soziokulturellen Existenzminimum in Höhe von 322.- Euro. Hinzu kommt ein Betreuungs-, Bildungs- und Erziehungsbedarf in Höhe von ca. 180.- Euro. Letzter könnte auch statt einer direkten Auszahlung an die Eltern durch eine kostenlose Zurverfügungstellung dieser Leistungen seitens des Staates geleistet werden. Beide Beträge müssten theoretisch jedes Jahr anhand der Inflationsrate angepasst werden.

Die Gegenfinanzierung soll durch Wegfall sämtlicher vieler Familienleistungen des Staates wie Kindergeld, Bafög, Ehegattensplitting etc. erfolgen und bis zum 27. Lebensjahr des Kindes ausgezahlt werden. Der Betrag wird als Einnahme voll versteuert und kommt so in höherem Maße unteren Einkommensschichten zugute.

Es gibt bei dieser Form der Grundsicherung eine Reihe von Problemen. So kann nicht garantiert werden, dass die Eltern das Geld auch für ihre Kinder verwenden. Ebenso wird die Kinderarmut dadurch nicht aus der Welt geschafft. Doch würden sich diese offenen Fragen klären lassen, wäre es ein großer Schritt in Richtung Chancengleichheit.

Mehr dazu unter www.kinderarmut-hat-folgen.de.