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Nabelschnurblut, genauer gesagt die darin enthaltenen Stammzellen, sind kleine medizinische Wunderwaffen. Die jungen Zellen sind wachstumsfreudig und die schädigende Umwelt konnte noch kaum Schäden am Erbgut hinterlassen. Die Nabelschnurblut-Stammzellen sind so jung, wie es momentan möglich ist. Sie werden bereits weltweit bei Blutkrebsbehandlungen als Spende erfolgreich eingesetzt und viele medizinische Anwendungen sind in der Erprobung.

Soll ich deswegen Nabelschnurblut einlagern und welche Alternativen gibt es?

  

Wie funktioniert die Entnahme von Nabelschnurblut?

Nabelschnurblut-Einlagerung ist unkompliziert und schmerzfrei – für Mama und Baby. Sie müssen sich bei einer Klinik zur Geburt anmelden, die eine Nabelschnurblut-Entnahme anbietet. Nach einer vorgeschriebenen Anamnese steht dem Prozedere nichts mehr im Wege.

Direkt nach der Entbindung und Abnabelung des Kindes wird das Blut aus dem Teil der Nabelschnur entnommen, die weiterhin mit der Plazenta verbunden ist. Der Vorgang dauert ca. 1-2 Minuten und ist auch bei einem Kaiserschnitt möglich. Zusätzlich wird der Mutter noch eine „normale“ Blutprobe entnommen. Die Entnahme bereitet einem gesunden Baby gemäß aktuellem Forschungsstand keine Probleme.

Danach wird das Nabelschnurblut dann – bei einer privaten Einlagerung – vom Kurier des Einlagerungsunternehmens abgeholt und per Eiltransport in die Einlagerungsstätte gebracht. Dort wird das Blut dann zur Einlagerung aufbereitet, untersucht und bei sehr tiefen Temperaturen eingefroren. Das Nabelschnurblut kann so seine Fähigkeiten für Jahrzehnte bewahren.

 

 
 

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Worin besteht der Unterschied zwischen einlagern und spenden?

Es gibt öffentliche Nabelschnurblut-Banken, die gespendetes Nabelschnurblut einlagern. Dies ist für den Spender umsonst. Dieses Nabelschnurblut kann jedem Kind/Erwachsenen zugutekommen, bei dem entsprechender medizinischer Bedarf besteht.

Private Nabelschnurblutbanken kosten Geld. Die Preise liegen zwischen 1.500 und 2.500 Euro für eine 20-jährige Einlagerung. Der Anbieter Seracell bietet die Einlagerung von Nabelschnurblut ab 6.- Euro pro Monat an (plus 390.- Euro Anzahlung). Der Vorteil privater Datenbanken: Die Eltern dürfen entscheiden, für wen das Nabelschnurblut verwendet wird – für das gerade geborene Kind, ein Geschwisterchen oder bei manchen Banken (wenn Sie das so auswählen) für einen fremden Empfänger.

 

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Bei welchen Krankheiten hilft Nabelschnurblut?

Beim jetzigen medizinischen Forschungsstand wird das junge Blut zur Heilung von Blutkrebs und Erbkrankheiten eingesetzt – allerdings fast immer mit gespendetem Fremd-Blut. Eigenes Nabelschnurblut wird noch selten eingesetzt.

Die Gründe sind einfach: Wenn zum Beispiel eine Erkrankung eines Kindes an Blutkrebs vorliegt, haben sich die Vorläufer dieser Krebszellen schon im Nabelschnurblut gebildet. Das gleiche gilt für Erbkrankheiten. Die defekten Gene liegen auch schon im Nabelschnurblut vor – hier helfen nur die Stammzellen eines fremden, nicht betroffenen Spenders.

Allerdings deuten erste Studien daraufhin, dass eigenes Nabelschnurblut bei Hirnschäden eingesetzt werden kann, die unter der Geburt entstehen. 

 

Die Zukunft

Noch ist es selten der Fall, das ein Kind vom eigenen Nabelschnurblut profitiert. Die Eltern, die Nabelschnurblut privat einlagern, hoffen vornehmlich auf die Zukunft. Es wird auf zahlreichen Ebenen nach der therapeutischen Anwendung für Nabelschnurblut geforscht.
Insbesondere wenn das Nabelschnurblut hochwertig vermehrt werden kann, stehen neue Anwendungsfelder offen.