Allein erziehend bedeutet, das alleinige Sorgerecht für ein oder mehrere Kinder zu haben. Sorgerecht (oder auch elterliche Sorge) bedeutet das Recht und die Pflicht der Eltern, für das persönliche Wohl ihres Kindes und sein Vermögen zu sorgen und es gesetzlich zu vertreten. In etwa 85 Prozent der Fälle üben auch geschiedene Eltern das Sorgerecht gemeinsam aus. Bei nicht verheirateten Elternpaaren hat der Vater nur dann ein Mitspracherecht bei der Erziehung seines Kindes, wenn sich die Partner einigen, also wenn die Mutter dem zustimmt. Neben dem Sorgerecht wird das Umgangs- und Besuchsrecht oft umkämpft. Das Gesetz geht davon aus, dass das Kind/die Kinder im Sinne ihrer gesunden Entwicklung so oft wie möglich beide Elternteile sehen sollten. Dem Elternteil ohne Sorgerecht steht in der Regel alle 2 Wochen ein Besuchsrecht zu. Bundesweit sind derzeit ungefähr 82% aller Alleinerziehenden Frauen. Mit dem Eintreten des Alleinerziehendendaseins - sei es durch Schwangerschaft ohne Ehe oder ohne feste Partnerschaft, durch Trennung vom Partner, durch Verwitwung oder durch andere Gründe – gerate Mütter in einen komplizierten Prozess des Statusübergangs. Besonders in Risikofällen wie Arbeitslosigkeit und Sozialhilfebezug fordert die Lebenssituation Durchhaltevermögen und Verhandlungsgeschick von den Alleinerziehenden. Auch psychologisch ist eine zu enge Zweisamkeit aufgrund der Alleinerziehung nicht im Interesse des Kindes zu bewerten. Besonders kleinere Kinder tragen oft psychologische Schäden an Scheidungen der Eltern.